«Die Impfung wirkt nicht gut genug»

Feusi Fédéral Ep. 20 mit Stephan Rietiker

Stephan Rietiker, Arzt und Medtech-Unternehmer, engagiert sich mit der Plattform Insidecorona seit 18 Monaten in der Debatte über die Covid-Pandemie. Was ihm bei den Bundesbehörden und der Taskforce fehlt, ist die wissenschaftliche Neugier, dem Virus auf den Grund zu gehen, sichere Impfungen zu entwickeln und Nebenwirkungen zu untersuchen.

Genesene besser geschützt als Geimpfte
Rietiker befürwortet Impfungen im Grundsatz, aber die jetzt eingesetzten Stoffe seien eigentlich noch in der Entwicklungsphase. Ihre Wirksamkeit betrage noch fünfzig bis sechzig Prozent. «Neue Studien zeigen klar, dass Personen, die die Infektion durchgemacht haben, wesentlich besser geschützt sind als Geimpfte.»

Eine natürliche Immunisierung wäre deshalb viel besser gewesen, findet Rietiker. «Man hätte die Risikogruppen schützen müssen und allen anderen die aktive Immunisierung erlauben sollen.» Damit hätte man wahrscheinlich auch Varianten des Virus verhindern können. «Das wäre ein humanerer und solidarischer Weg gewesen.» Die Lockdowns hätten erwiesenermassen nichts gebracht.

«Dilettantismus pur»
Impfungen seien ein Segen für die Menschheit, doch statt mit einer dritten Impfung, einem sogenannten «Booster» noch einmal den gleichen Impfstoff zu verabreichen fordert Rietiker, dass die Hersteller neue Impfstoffe entwickelten, die auf die Deltavariante zugeschnitten seien. Jetzt einfach einen Booster zu verabreichen sei «Dilettantismus pur».

Rietiker kritisiert vor allem die Taskforce des Bundes. «Das was die Taskforce erarbeitet, ist keine Wissenschaft, sondern politisch motiviert», findet Rietiker. Es brauche saubere wissenschaftliche Daten, Studien darüber, wie immun die Bevölkerung, besonders die Jüngeren seien und wie lange Antikörper einen Genesenen schützten. «Aber darum foutieren sich die Damen und Herren.» Die Taskforce habe Scheuklappen an. «Sie hat ein Narrativ und alles andere wird verworfen.»

Nebenwirkungen abklären
Zudem müssten unbedingt die Nebenwirkungen der Impfung sauber abgeklärt werden. Rietiker weiss von schweren Fällen, die unwiederbringlichen Schäden geführt haben. Es könne schon sein, dass eine Nebenwirkung nichts mit der Impfung zu tun habe. «Aber das zu behaupten, ohne eine saubere Abklärung gemacht zu haben, ist unwissenschaftlich, unprofessionell und unethisch.»

Der jetzige Hinweis auf die drohende Überlastung der Spitäler sei «unredlich», da man ja fast die Hälfte der Intensivbetten abgebaut habe. Und das Problem beim Pflegepersonal, das habe es schon vor der Pandemie gegeben. Bei deren Löhnen den Arbeitsbedingungen müsse etwas geschehen. «Aber da versagt Alain Berset komplett.»

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