Jede Zürcherin hat 10’000 Franken Schulden

Von Raoul Merz

Sie leben in der Stadt Zürich? Wussten Sie, dass Sie zehntausend Franken Schulden haben? Sie haben nichts angestellt, keine Sorge. Die Politik hat den Schlamassel für sie angerichtet.

Das Finanzdepartement der Stadt Zürich präsentierte gestern Zahlen (Rechnung 2015 ). Heraussprang ein zufälliger Überschuss von 9.7 Millionen Franken. Okay, besser als ein Verlust sagen Sie. Damit haben Sie auch recht. Doch die entscheidende Zahl ist doch die Nettoverschuldung. Die liegt bei 4.042 Milliarden Schweizer Papiergeldwährung. Rechnet man die Zahl durch die Einwohner (412’000) der Zwinglistadt, erhält man aufgerundet 10’000 Franken. Soviel ist jede Zürcherin oder Zürcher in den Miesen, ohne etwas dafür zu können. Sie sehen, es gibt absolut nichts zu beklatschen.

Der verstorbene Ökonom und freie Autor Roland Baader schrieb einst: Je höher die Staatsschuld, desto grösser die künftige Enteignung der Sparer und privaten Vermögensbesitzer.

Was sagen die Parteien?

Interessant ist, wie die Parteien auf das Ergebnis reagieren. Die einten stellen sich stolz hin und sagen: “Seht ihr, gar nicht so schlimm, wie ihr immer sagt. Nun können wir unsere superteuren Sonderinteressen-Projekte finanzieren.”

Die anderen brüsten sich: “Nur dank unserem Einsatz für das Gewerbe, konnten diese so viele Steuern zahlen.”

Wieder anderen betonen: “Ohne uns wären, die Schulden noch viel höher.”

Sie warten auf die Partei, die sagt, dies sei ein grottenschlechtes Resultat, es müsse endlich etwas getan werden. Die Partei gibt es leider nicht.

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