Das bedingungslose Grundeinkommen ist Realität – für Banker

Von Christoph Stampfli

Die Saläre von Topmanagern im Bankensektor erreichen fast jedes Jahr neue astronomische Rekordhöhen. Die von den Geschäftsleitungsmitgliedern und Verwaltungsräten der Grossbanken bezogenen Millionenlöhne werden t mit der hohen Verantwortung begründet, welche mit der Führung eines derartigen Betriebes verbunden sind und der hohen Leistung des Managements, deren Beleg in der Regel in hohen Unternehmensgewinnen und Aktienkurssteigerungen gesehen werden.

Ein risikoloser Gewinn ist das, wovon jeder Unternehmer träumt. Statt um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, Kundenbedürfnisse zu ermitteln, Produkte kostengünstig herzustellen und erfolgreich abzusetzen, wäre ein Geschäftsmodell mit Gewinngarantie eine viel entspanntere Art Geld zu verdienen. Der Ausgang des vom Unternehmer unternommenen Unternehmens ist per Definition ungewiss, der Erfolg unsicher. Anders sieht es aus bei Grossbanken. Ihr Erfolg ist durch das staatliche Geldsystem garantiert, ein Scheitern ausgeschlossen, der Gewinn gesetzlich gesichert.

Einerseits ist da die weitherum bekannte sogenannte „Too big to fail“ Situation. Dabei werden Grossbanken aufgrund ihrer Grösse als „systemrelevant“ eingestuft, und Ihr Fortbestand mit dem Fortbestand des „Systems“ gleichgesetzt. Mit diesem „System“ ist das Teildeckungsbankwesen gemeint. Dabei werden Depositen von Bankkonten nicht wie nach traditionellen Rechtsprinzipien gefordert vollständig gesichert aufbewahrt, sondern weiterverliehen. Die dabei entstandenen Kredite landen dabei wiederum auf Depositokonten von Banken. Dies führt dazu, dass praktisch alles Geld welches eine Bank an Depositen hält und zur Kreditvergabe nutzt, selber wiederum Kredite sind. Kommt es nun zu einer Restriktion dieser Kredite, zum Beispiel durch Insolvenz einer grösseren Bank, so werden Depositen von anderen Banken abgezogen, die an sich schon kleinen Geldreserven sinken gefährlich, die Insolvenz anderer Banken droht. In so einem Fall ist die Nationalbank gesetzlich verpflichtet, in der Funktion des „Lender of Last Ressort“ die Solvenz der gefährdeten Bank zu gewährleisten, um das Teildeckungsbanksystem vor dem Einsturz zu bewahren.

Neben dem Anreiz als systemrelevant zu gelten, um von der SNB gerettet zu werden, setzt das Teildeckungsreservebankwesen weitere Anreize zur Konzentration der Banken, da der Anteil an ungenutzten Darlehen bei weniger Banken grösser ist (da z.B. die Lieferanten des Darlehensnehmers wiederum Depositokonten bei derselben Bank haben), was zu noch mehr Kreditvergabe und Gewinn führt (J. H. d. Soto, Geld, Bankkredit und Konjunkturzykeln, Stuttgart: Lucius & Lucius, 2011).

Die politischen Massnahmen der Zentralbanken durch massive Zukäufe von Anlagen wie Immobilienpapieren oder Devisen verschaffen den Grossbanken eine weitere Quelle des bedingungslosen Grundeinkommens. Die Zentralbank kauft Devisen mit Geld, welches sie von den Geschäftsbanken als Reserveeinlage erhält. Dadurch erhöhen sich die Depositokonten der Geschäftsbanken bei der Nationalbank und die Notenbankgeldmenge steigt. Die FED und die Bank of England zahlen den Geschäftsbanken Zinsen dafür. Die Überschussreserven sind derart gross, dass die durch die verzinsten Überschussreserven erzielten Gewinne beträchtlich sind. Die Zentralbank zahlt die Geschäftsbanken, um die durch ihre Intervention entstandene Notenbankgeldmenge nicht auszuleihen und in den Markt fliessen zu lassen (M. Snyder, „Fed paying banks not to lend,“ Zerohedge, 2013. [Online]. Available: http://www.zerohedge.com/news/2013-07-02/fed-paying-banks-not-lend).

Durch die „konjunkturpolitischen“ Interventionen der Zentralbanken zur Stützung des Geldmengenwachstums gelangen Banken an Kredite zu praktisch Null-Prozent. Die Anlagenpreise werden durch die Geldflut der Notenbanken in die Höhe getrieben. Fremdfinanzierte Anlagen kosten die Geschäftsbanken de facto nichts und die Gewinne in den Anlagenmärkten werden durch das stetig durch die Nationalbanken neu produzierte Geld sichergestellt. Durch die sich ungleich ausbreitende Inflation profitieren Bankmanager von gestiegenen Löhnen, während sie noch zu alten Preisen einkaufen und anlegen können, während für alle, die nicht in der ersten Reihe der Geldempfänger stehen das Nachsehen haben und einen Realeinkommensverlust erleiden. Durch diesen sogenannten Cantillon-Effekt findet eine Umverteilung von allen finanzfernen Branchen zur Finanzbrache statt.

Wer sich über hohe Löhne von Bankmanagern aufregt, darf die Frage nach dem „Warum“ nicht auslassen. Die Bankbranche geniesst gesetzliche Privilegien durch den Staat, weil Banken und Staat beide von diesen betrügerischen Vorgängen des Teildeckungsbankwesens und der Inflationspolitik profitieren (M. Rothbard, „Taking Money Back,“ Mises Institute, [Online]. Available: http://mises.org/daily/2). Grossbanken sind von jeglichem Risiko de facto befrei, während sie garantierte Gewinne durch perverse interessenspolitische Gesetzgebung erhalten. Jeder, der das bedingungslose Millioneneinkommen von Bankern ablehnt, muss für Nationalbanker und Politiker, welche das Teildeckungsbankwesen und die Inflationspolitik befürworten, anstatt einer heroischen Verehrung als den unabdingbaren Führer unserer Wirtschaft nichts als Geringschätzung und Verachtung übrig haben, wie sie Personen und Organisationen gebühren, welche betrügerische Umverteilung zugunsten grosser Finanzinstitute und des Staats betreiben.


Christoph Stampfli, 1991, ist der einzige Lobbyist der Freiheit. Dem Gründer des Liberty-Movement der modernen Zeit, Ron Paul, hat er seinen Blog gewidmet. Er ist Experte auf dem Gebiet der besonderen Dienstleistungen.

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